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Neuaufstellung des Regionalplan – auswirkungen für rösrath

Neuaufstellung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Köln.
Der Regionalrat Köln hatte in seiner 5. Sitzung am 10. Dezember 2021 (auf Grundlage der von der Regionalplanungsbehörde vorgelegten Planunterlagen) beschlossen, das Aufstellungsverfahren für einen neuen Regionalplan durchzuführen. Der Regionalplan gibt den Rahmen für die Planungen der Stadt vor, insbesondere für den Flächennutzungsplan (FNP) – was dem Regionalplan widerspricht, darf auch nicht im FNP stehen.

 

In einem Artikel des Kölner Stadt-Anzeigers dazu  heißt es :
… Bei der Gewerbeansiedlung will Rösrath auf Gewerbeflächen in „Lehmbach-Nord“ verzichten, worauf sich die Politik schon lange geeinigt hat. Das Gelände soll als Überschwemmungsfläche dienen und unbebaut bleiben. Dafür soll eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen den Ansiedlungen Hofferhof und Stöcken für Handwerksbetriebe zur Verfügung gestellt werden können. …
Die Öffentlichkeit sowie die in ihren Belangen berührten öffentlichen Stellen haben innerhalb der Auslegungsfrist vom 07.02.2022 bis zum 31.08.2022 die Gelegenheit zur Stellungnahme zur Neuaufstellung des Regionalplans.

Am Montag, 30. Mai 2022, tagte nun die Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung,. Die umfangreiche Tagesordnung  behandelte im TOP 3:  die Rösrather Stellungnahme zum Regionalplan, Beschlussvorlage zur Stellungnahme zum Regionalplan, Bezirksregierung Köln mit seinen Änderungswünschen!


Warum ist der Regionalplan von besonderer Bedeutung?

Der Regionalplan gibt die Planungsziele für die Gemeinden vor, die diese in der kommunalen Bauleitplanung umsetzen: in der Neuaufstellung des  Regionalplans sind vorgesehene Veränderungen (Zuwachs, Wegfall) von ASB (Allgemeine Siedlungsbereiche) und GIB (Gewerblich und industriell genutzte Bereiche) dargestellt.
Im Vorfeld der Sitzung warnte der RBN in einer Notiz des Kölner Stadt-Anzeiger vor den Folgen der geplanten Änderungen im Regionalplan

Konkret geht es dabei u.a. um die neuen Allgemeinen Siedlungsbereiche (ASB Rö 2,3,4) im Bereich Hoffnungsthal; die Sülzaue westlich von Haus Stade ist in der Abb. mit Rö 2 markiert
 
 
sowie um die Neu-Ausweisung von GIB-Flächen im Bereich östlich vom Hofferhof (Kleinbliersbach-Großbliersbach =Rö8) die auf den folgenden Veränderungskarten in GRÜNmarkiert sind.

 


geplante GIB-Fläche Rö 8 südwestlich der Hofferhofer Str. zw. Klein- und Großbliersbach
Blicke wie diese (Standpunkt Großbliersbacher Weg) wird es bei einer Umsetzung dieser Änderung im Regionalplan dann nicht mehr geben. (re. im Bild die Bushaltestelle Stöcken)

Zitat aus dem KStA: „Eine „ökologische Katastrophe“ wäre … die ins Auge gefasste Ausweisung eines Gewerbegebiets zwischen Kleinbliersbach und Großbliersbach, so vom Hofe. Dadurch würde nicht nur der Weite Blick über die Kölner Bucht zerstört…“

 

Gedächtnis-Protokoll der Planungs-Ausschuss-Sitzung vom 29.05.2022 zu TOP 3: Diskussion der Änderungswünsche zum Regionalplan der Bez.-Reg. Köln
Nach einer kurzen Vorstellung der Änderungswünsche der Stafdt Rösrath durch Herrn Funke erfolgte die Diskussion.
Herr Mohr (GRÜNE):lehnt die Änderungen weitgehend ab (zu viele ASB und Zersiedelung, er fordert die Konzentration auf nur 1 neue Gewerbeansiedlung (Rambrücken) statt 2; ASB nahe Friedhof Volberg wird auch in Frage gestellt, Klares NEIN zum Hofferhof!?
Herr Herrmann
erwidert: Rambrücken noch lange nicht sicher (Anmerkung d. Red. : warum eigentlich? sind die Grundstückspreise zu hoch?),
Druck vom lokalen Klein- und Mittelbetrieben sei hoch; ASB am Büchel/Friedhof sei gut angebunden und absolut sinnvoll.
Herr Büscher
spricht für die ausgewiesenen GIB, Rösrath habe zu wenig Ausdehnungsflächen für Gewerbe
Herr Bachmann (Ausschusvorsitzender)
weist darauf hin, dass nicht zu viel von vornherein gestrichen werden sollte, da die Bez.Reg. sicher selber noch streichen wird und Rösrath froh genug sein kann, wenn überhaupt einige Änderungswünsche berücksichtigt werden.
Herr Steinbach
spricht Rö 9 (lt. Funke für Photovoltaik vorgesehen!) und Rö 8 an
Herr Herrmann:
gibt zu bedenken, dass die vorgelegten Änderungswünsche lange bedacht und entwickelt wurden, vor allem, da weitere GIB im Sülztal zu Recht wegen der ausgewiesenen Überschwemmungsflächen nicht mehr in Frage kommen (so die Rücknahmepreis des ASB in Lehmbach)
Herr Bachmann:
beantragt schließlich Abstimmung zu den Änderungswünschen insgesamt.
Abstimmungsergebnis:
MEHRHEITLICH angenommen bei 1 Gegenstimme (Mohr) und 1 Enthaltung (Schumacher)

Die Beschlussvorlage muss nach dem Zukunftsausschuss vom 18.05.2022 , dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Verkehr vom 30.05.2022 und dem Ausschuss für Bau, Landschaft und Vergabe vom 31.05.2022 noch den Stadtrat am  20.06.2022 passieren!

Landtagskandidaten zum Hochwasserschutz

11.05.2022   (update 12.05.)
Landtagskandidaten zum Hochwasserschutz

Sieben Wahlprüfsteine des Vereins Lebenswertes Sülztal
Zehn Monate nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 ist noch fast nichts passiert, um den Hochwasserschutz (im Einzugsgebiet der Sülz betr. Rösrath) erheblich zu verbessern.
Hochwasserschutz ist Ländersache.
Deshalb hat der Verein sieben grundlegende Bausteine zum Hochwasserschutz definiert und die LandtagskandidatInnen dazu  angeschrieben und befragt. Mit Ausnahme von Reul (CDU) und Lemmer (SPD) haben alle angeschriebenen Kandidaten der Wahlkreise WK21 und WK22 geantwortet.
zur Erläuterung:
WK 21 = RBK I (Rösrath, Bergisch-Gladbach); WK 22 – RBK II (Burscheid, Kürten, Leichlingen, Odenthal, Overath, Wermelskirchen)
Im folgenden die Befragung (Prüfsteine), eine Übersicht der Antworten sowie eine Bewertung

Hier finden Sie die Antworten der Landtagswahl-Kandidaten zur Befragung im Einzelnen:
 
… sowie unser Vorschlag für ein interkommunales Hochwasserschutzkonzept an den Aggerverband und seine Antwort darauf:
 

12.05.2022 Ergänzung
Heute berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger über unsere Befragung

Einladung zur (10.) Mitgliederversammlung am 06.05.2022


EINLADUNG  zur MITGLIEDERVERSAMMLUNG am 06. Mai 2022



Liebe Freunde und Mitglieder des Vereins Lebenswertes Sülztal e.V. !

Pandemiebedingt fand unsere letzte Mitgliederversammlung am 07.03.2020 statt – zu einem Zeitpunkt, als in NRW die ersten Fälle von Covid19-Infektionen aufgetreten waren.
Seitdem wurde unsere MV für 2021 – das Jahr, in dem unser Verein sein 10-Jähriges Bestehen „feiern“ konnte – zweimal verschoben, zuletzt sollte sie am am 04.12.2021 stattgefunden haben. Hier nun die
EINLADUNG zur MV am 06. Mai 2022 um 18:30 im Lehmbacher Hof

 

Dokumentation und Diskussion der Hochwasser-Info-tagung und Konsequenzen

Am 12.09.2021 veranstaltete der Verein eine Openair-Fachtagung zu den katastrophalen Starkregen-/Hochwasser-Ereignissen vom 14./15.07.2021 in Rösrath. Hier hatten wir bereits darüber berichtet.

DOKUMENTATION: zu dieser Veranstaltung werden nach und nach die Fach-Beiträge der Referenten sowie der 3 Berichte Betroffenener an dieser Stelle eingestellt bzw. verlinkt werden.

Alle Mitbürger*innen und Betroffene sind eingeladen, sich durch Kommentare am Schluss des Beitrags an einer offenen Diskussion zu beteiligen.


19.09.2021
Heute geht es um ausgewählte Inhalte der
kommenden Stadtrat-Sitzung am 27.09.2021

TOP 14  BP 129 „Sülzufer WestAufstellungsbeschluss

Der unter TOP 14 vorgesehene Aufstellungsbeschluss zum BP 129 „Sülzufer WestHoffnungsthal, täuscht darüber hinweg, dass die gute Absicht, schlimmere Bebauungen verhindern zu wollen, oftmals leider nicht realisiert wird. So wurde auch der BP 115 (Bergische Landstr. – In den Backeswiesen) vor Jahren ins Leben gerufen, um Schlimmeres zu verhindern – mit der Folge, dass 2 große Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen an anderer Stelle entstanden sind, die bei der jetzigen Flut riesige Probleme gemacht haben: hier hatte die Feuerwehr mit mehreren Einsatzfahrzeugen tagelang zu tun, um diese leerzupumpen.
Unser Verein hatte damals davor gewarnt, in diesen Bereichen überhaupt Tiefgaragen zu genehmigen, die für eine Überflutung nicht ausgelegt sind.

TOP 15 – Flächennutzungsplan, 35. Änderung „Retentionsraum Sülzbogen“

Die unter TOP 15 geplante 35. Änderung des FNP bezgl. Retentionsraum Sülzbogen wird begrüßt als ein erster, überfälliger aber sehr richtiger Schritt! Dies kann nur der Anfang weiterer Maßnahmen sein!

TOP 22Fraktionsantrag der Fraktion von ZLR
hier: Beschluss eines Baustopps für alle von der Überschwemmung am 14. und 15.07.2021 betroffenen Gebiete.
Hier fordert  fordert die Politik erste Konsequenzen aus der Flutkatastrophe:



Der Antrag der ZLR basiert auf dem Beschlussvorschlag unseres Vereins mit Begründung, der Ende Juli bereits an alle Ratsfralktionen gesandt wurde.


Was halten Sie von den beabsichtigten Maßnahmen und Vorschlägen? Welche Anregungen haben Sie als Betroffene?
Gerne können Sie sich hier an einer Diskussion beteiligen.
(Eine Anmeldung ist nur beim ersten Mal erforderlich!)

Flutkatastrophe in Rösrath und overath …

Zur Entscheidungsfindung der Politik nach der Flutkatastrophe in Rösrath und Overath

Heute berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger in seinem Lokalteil „Bergisches Land“:

1. über die Umstände und Proteste gegen das geplante Gewerbegebiet in Unterauel
Siehe dazu auch den Beitrag in der WDR-LOKALZEIT vom 12.08.2021 ab Minute 18:50 (Rösrather Bürger*innen fordern Bebauungstopp nach Hochwasser)

2. … über die fehlende Entschlossenheit bei der Rösrather Bürgermeisterin zur Unterstützung einer Informationsveranstaltung zum Thema Hochwasser und -folgen durch den Verein Lebenswertes Sülztal.

Der Verein hält wegen der Dringlichkeit der Informationen – nicht nur für die betroffenen Bürger der Stadt – an seiner Planung für den 11./12.09.2021 fest. Bis dahin sind immerhin 2 Monate nach der Katastrophe vergangen!
Der Veranstaltungsort – Coronaschutzbedingungen werden eingehalten – wird noch bekannt gegeben!
Die Einladung an die Bürgermeisterin zur Beteiligung bleibt weiterhin bestehen.




Lüderich: der Wald – Bedeutung für Klima, Forstwirtschaft und Naherholung

Der Wald am Lüderich – Bedeutung für Klima und Forstwirtschaft, Wiederaufforstung, Nutzung und Schonung im Zeichen von Klimawandel und coronabedingter Zunahme des Nahtourismus

Am 23.01.2021 trafen sich – auf Initiative unseres Vereins – 2 Vorstandsmitglieder mit Herrn Joachim von Lüninck am Lüderich. Herr Lüninck ist Waldbesitzer eines > 100 ha großen Teiles des Waldes am Berg Lüderich, der mit 260 m die höchste Erhebung der Stadt Rösrath darstellt.
Anlass waren die von Herrn Lüninck an mehreren Stellen am Berg Lüderich aufgestellten Schilder, auf denen er Hinweise zur Nutzung an Wanderer und Mountainbiker richtet (siehe weiter unten)!
Es ist unser Ansinnen, uns bezüglich dieser wichtigen Hinweise durch Aufklärung und Informationen mit einzubringen.

Nach einem gut 3-stündigen Vor-Ort-Termin fassen wir hier die wesentlichen Aspekte zusammen:

Infolge der Trockenheit der letzten Jahre und des dadurch begünstigten massiven Borkenkäferfraß und der fast vollständigen Rodung des gesamten Fichtenbestandes ist der Holzmarktpreis weit unten. Herr Lüninck musste ca. 40% seines Baumbestandes abholzen. Über 50 % des Fichtenholzes wird inzw. nach China exportiert. Was nicht für den Holzhandel geeignet ist, wird als Hackholz (HH) selbst verwendet.

Die Wiederaufforstung läuft „händisch“ durch Waldarbeiter aus dem südöstl. Europa mittels „Göttinger Fahrradlenker„, siehe auch folgendes Youtube-Video !
Gepflanzt werden als Alternative zur heinischen Fichte und Kiefer vor allem Douglasie, Küstentanne, Weißtanne und Schwarzmeerkiefer. Solche Neu-Anpflanzungen wurden uns vor Ort demonstriert und dabei wurde uns klar, wie schwierig es teilweise ist, die jungen Setzlinge (die mit nackten Wurzeln in den Waldboden kommen) überhaupt zu erkennen – im Durcheinander von Rodungsfläche und Unterholz. Das Setzen von Laubbäumen soll an den höher gelegenen Stellen im kommenden Frühjahr erfolgen.
Dabei decken sich die teils wohl recht akademisch anmutenden Vorstellungen im Waldbaukonzept NRW (Empfehlungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung) des Landesbetriebs Wald und Holz in NRW nicht unbedingt mit den praktischen Möglichkeiten vor Ort.
Gepflanzt wird in Reihe und Glied im Abstand von ca. 1,5 – 2 m – in Gruppen: mal nur Douglasie, mal nur Küstentanne… Etwa alle 30 m gibt es durch hohe Baumstümpfe gekennzeichnete Areale, in denen nicht gepflanzt wird, um Schneisen für die Rodungsfahrzeuge frei zu lassen.
Ein Problem bleibt der Schutz der Setzlinge vor dem Menschen – und vor dem Wild. Ein Setzling kostet incl. Pflanzung etwa 2 Euro, incl. mechanischem (Kunststoff-) Schutz noch einmal 4 Euro, was für viele Waldbesitzer kaum finanzierbar ist. Wiederaufforstung ist also eine sehr kostspielige Investition in die Zukunft. Erntereif sind die Nadelbäume erst nach ca. 80 Jahren. Die Nadelbäume, die jetzt neu gepflanzt wurden/werden, sind im Gegensatz zu den flachwurzelnden Fichten Herzwurzler und sollten mit Trockenheit und wärmeren Temperaturen besser zurechtkommen als die Fichten, sofern sie denn anwachsen. Der Frost der vergangenen Wochen könnte dies verhindern. Ob das Pflanzkonzept angesichts des Klimawandels aufgeht ist dennoch keineswegs sicher. Fördermittel sind noch nicht geflossen und auch noch nicht beantragt.

Blick vom Lüderich nach Westen. Die frischen Setzlinge sind erst nach genauem Hinschauen zu erkennen.

Die Setzlinge werden mit Hilfe des sogen. „Göttinger Fahrradlenker“ mit nackten Wurzeln in den Waldboden verbracht. (siehe im Text weiter oben!)

Herr Lüninck demonstriert vom Wild frisch angeknabberte Setzlinge

Die frisch eingesetzten jungen Nadelhölzer befinden sich ziemlich dicht an den Wegen, die auch von Mountainbikern genutzt werden.

Durch die Überhandnahme von Rotwild, überwiegend aus dem Bereich der Wahner Heide, das (u.a. über die Wildbrücke an der A3) in den letzten Jahren zunehmend in die Bereiche vom Königsforst und von dort in den Bereich des Lüderich drängte, sind die Setzlinge extrem gefährdet. Dahin gehend unterscheiden sich auch die Interessen der Jäger und Waldbesitzer! Während der erste nur sehr ausgewählt abschießt, und damit den Bestand nicht hinreichend verkleinert, hat der Waldbesitzer eher Interesse an einer deutlichen Verminderung des Bestands. Schlagworte wie „Wald vor Wild“ oder „Wild vor Wald“ kennzeichnen das. Offensichtlich ist der Schaden für den Wald durchs Wild unvergleichbar größer als der potenzielle Schaden durch Moutainbiker, die in den Augen der Jäger das Wild vertreiben. Dies wiederum sehen die Waldbesitzer keineswegs so – zumindest ist der nachteilige Effekt wohl vernachlässigbar.

Die Waldbenutzer (Spaziergänger, Wanderer, MTBler) wissen meist viel zu wenig über den Wald, seinen Zweck, seine Nutzung, und seine Wiederaufforstung! Der Lüderich ist – anders als große Teile der Wahner Heide oder der Königsforst – nicht Naturschutz- sondern „nur“ Landschaftsschutzgebiet. Daher steht die Nutzung im Sinne der Forstwirtschaft im Vordergrund. Durch den Klimawandel wird diese Nutzung immer risikoreicher und wahrscheinlich auch unrentabler.

Herr Lüninck hatte in schriftlichen Aufrufen an die Waldbenutzer – vor allem auch an die Mountainbiker – mit Hinweisschildern an den entsprechenden Stellen im Wald wiederholt darauf hingewiesen, die „Querfeldein-Trails“ zu meiden (die teilweise mit Brettern abgesperrt wurden) und die ausgewiesenen Wanderwege zu nutzen.

siehe folgende pdf-Dateien:

Waldumbau zu klimastabilen Wäldern

KlimastabilerWaldumbau_Flugblatt

Die wenigen, seit vielen Jahren auch in den online-maps eingetragenen, mit dünner schwarzer Linie gekennzeichneten Wanderpfade sollen allerdings bestehen bleiben. Korrekturen in open-street-map (das auch als Grundlage für die Radsoftware „Komoot“ dient) müssen im Eigentumsbereich der Waldbesitzer immer wieder vorgenommen werden, damit neu eingetragene (illegale) Pfade sich nicht weiter etablieren.

Wir möchten als Verein alle Bemühungen unterstützen, die dabei helfen können, die laufenden Wiederaufforstungsarbeiten nicht zu gefährden, indem wir helfen, über diese Arbeit sachlich und zu informieren und auf den erforderlichen Schutz hinzuweisen!

Dazu gehört insbesondere:
Auf den ausgewiesenen Wanderwegen bleiben – das gilt für Wanderer ebenso wie für Radfahrer!
Mountainbiker sollten keine neuen trails bilden und vorhandene trails abseits der ausgewiesenen Wege nicht mehr nutzen!
Keinen Müll zurücklassen!

Rücksicht wird nach unserer Einschätzung nur dann hinreichend geübt, wenn verstanden wird, welche Maßnahmen der Wiederaufforstung genau erfolgen und wie man dies mglw. vor Ort erkennt.
Unsere Idee: Wir stellen uns vor, am Hochpunkt – also am östlichen Rand des obersten Weges westlich vom Hochbehälter – einen Stein/Findling aufzustellen (aufstellen zu lassen), auf dem der Hochpunkt am Lüderich als solcher markiert wird, verbunden mit einem Info-Hinweis u./o. Infotafel. Um einen solchen Hinweis nicht zu groß werden zu lassen, könnte beispielsweise über das Smartphone mithilfe eines selbst generierten QR-Codes auf eine entsprechende Datei unserer Homepage hingeleitet werden, um nähere Informationen und Bilder abzurufen.

Zum Konflikt zwischen Mountainbiken und Naturschutz
aus dem Interview mit Georg Kestel, BUND Naturschutz
Frage: Hauptsache nicht querfeldein, sozusagen?
Antwort Herr Kestel (BUND) : Ja, so kann man das sagen. Es gibt so einzelne Freigeister, die glauben, sie bewegen sich als Einzelpersonen ganz vorsichtig abseits der Wege; die richten mehr Schaden an als eine Gruppe Biker oder Wanderer, die auf dem ganz normalen Weg unterwegs sind.
siehe auch
https://www.waldsportbewegt.de/

„Wachsende Stadt mit viel Grün“

Im Heimat-Check des Kölner Stadt-Anzeiger vom 19.11.2019
auf Seite 30 und Seite 31 … macht Rösrath eine gute Figur – es wird recht ausgewogen über die Gratwanderung zwischen Nachfrage und Angebot an Wohnungen, zwischen Verdichtung und Erhalt zusammengefasst. Die ausgewählten Bilder vermitteln die positiven Ansichten der Stadt.
Ob weitere Planungen und lfd. Bebauungen – wie die an der Einfahrt zum Reuschgelände – ein anderes Bild vermitteln werden, muss jeder selbst beurteilen … auch, ob damit vom viel gepriesenen dörflichen Charakter und dem Wiedererkennungswert hinreichend viel übrig bleibt.

Ähnliches betrifft die Planungen zur Neugestaltung Sülztalplatz
Am 25.11.2019 um 18.00 Uhr findet die nächste Sitzung des Stadtentwicklungs-, Planungs- und Verkehrsausschuss statt:
TOP 3: InHK Rösrath-Nord – Neugestaltung des Sülztalplatzes
siehe Ausschussvorlage
In dieser Sitzung wird ein Vertreter des Büros GREENBOX den Entwurf nochmals in groben Zügen vorstellen und für Fragen zur Verfügung stehen.
Details der Planung, auch der verworfenen Alternativen, finden Sie hier: https://www.roesrath.de/planungen.aspx

Die vorgesehene Planung hat in der TAGESPRESSE sowie auf FACEBOOK und Instagram bereits mehrfach kritische Stimmen laut werden lassen:
Kölner Stadt-Anzeiger vom 06.11.2019
Kölner Stadt-Anzeiger vom 12.11.2019
Insbesondere wird bemängelt, dass zu wenig Grün vorgesehen ist und dass das gerade erst aufblühende Grün der damals neu gepflanzten Bäume wieder verschwinden soll. Bürger sind zwar zur Mitgestaltung aufgerufen, diese bezieht sich bedauerlicherweise lediglich auf die Struktur des neuen Pflasters, siehe Kölner Stadt-Anzeiger vom 25.10.2019

Denkmalbereich Volberg
Unser Verein ist sehr froh darüber, das seine Anregung zu einem „Erhaltungsbereich Volberg“ von der Verwaltung insgesamt positiv aufgegriffen wurde. Es ist zu hoffen, dass der Erhalt historischer Viertel auch von den anwohnenden Eigentümern unterstützt wird.
Am 25.11.2019 kommt die aktuelle Beschlussvorlage im Ausschuss zur Abstimmung.

Innenverdichtung und Angepasste Bebauung nach § 34 BauGB

In der Serie „MUSS DAS SEIN?“ beschreibt der Kölner Stadt-Anzeiger den Fall einer strittigen nachbarschaftlichen Bebauung, die dem neuen Bauherrn zwar viel Wohnraum bescheren mag, dem alten Nachbarn aber u.a. mehr Licht wegnimmt, als dies beispielsweise durch eine der nächsten Nachbarschaft mehr angepasste Dachform (Satteldach) in passender Ausrichtung bewirkt hätte.

Hintergrund:

Rösrath expandiert, die Frage nach (bezahlbarem) Wohnraum ist groß und entsprechend nimmt die „Innenverdichtung“ zu. Der Baudezernent Herr Herrmann beschrieb im KStA vor  genau 2 Jahren den Konflikt: „Dringend benötigten Wohnraum schaffen und den Charakter von Rösrath erhalten: Zwischen diesen beiden Kontrapunkten müssen die Planer der Stadtverwaltung zurzeit eine Balance finden.“
Im Nachbarrecht geht es allerdings weniger um diesen allgemeinen Zielkonflikt der Stadtplaner.
Es geht bei der Frage des Baurechts gem § 34 vor allem um die Frage der Rücksichtnahme auf den Bestand.
Ein wichtiges Prinzip des § 34 Baugesetzbuch (BauGB) ist das Einfügungsgebot, dabei geht es um die Frage, ob sich das geplante Gebäude in die nähere Umgebung einfügt.
§ 34 (1) BauGB
Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile ist ein Vorhaben zulässig, wenn es sich nach Art und Maß der baulichen Nutzung, der Bauweise und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt und die Erschließung gesichert ist.
Ob sich ein Vorhaben in diesem Sinne einfügt und mit der Umgebungsbebauung verträglich ist, beurteilt sich im Einzelfall nach dem Gebot der Rücksichtnahme. 

Wie nehme ich frühzeitig Kenntnis von einem geplanten Bauprojekt (Bauvoranfrage) meines Nachbarn?
Eine Beteiligung des Angrenzers ist gesetzlich nur vorgeschrieben, wenn öffentlich-rechtlich geschützte, nachbarliche Belange berührt werden (§ 74 Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen), z.B. bei Unterschreitungen der Abstandsflächen oder Überschreitungen der Grenzbebauung. In Fällen, in denen Sie nicht beteiligt werden müssen, haben Sie dennoch das Recht, Einsicht in die Bauakte zu nehmen. Dazu sollten Sie frühzeitig Kenntnis nehmen von entsprechenden Bauvoranfragen, die in der Regel im entsprechenden Ausschuss beraten und beschieden werden.
Dieser Ausschuss ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Vorfeld werden die Sitzungen des Ausschuss mit den entsprechenden Tagesordnungspunkten im Internet angekündigt, so dass von den direkt betroffenen Nachbarn  ggfs. frühzeitig Einspruch erhoben werden kann. Wenn eine Bauvoranfrage nämlich erst einmal positiv beschieden wurde, ist eine spätere Intervention nahezu aussichtslos.

Wo finde ich die Sitzungstermine und Tagesordnungen?
Der für Bauprojekte und Bauvoranfragen zuständige Ausschuss in Rösrath ist der „Stadtentwicklungs-, Planungs- und Verkehrsausschuss“.
Die Tagungstermine finden sich im Sitzungskalender, und unter dem entsprechenden Termin die Tagesordnungspunkte. Dort muss man zu den jeweiligen Terminen nachschauen, ob eine Bauvoranfrage in der Nachbarschaft ansteht.

UNTERAUEL Naturschützer fordern Biotop statt Gewerbe

hier die Stellungnahme vom 6.6.2019 an den Overather Bürgermeister Weigt im Wortlaut

Mitteilung im Kölner Stadt-Anzeiger vom 15.6.2019
von Stephan Brockmeier

Overath. In die Kontroverse um die vor zwei Jahren bekanntgewordene Absicht der Stadt Overath, in den Sülzauen zwischen Untereschbach und dem früheren Fröling-Gelände Gewerbe anzusiedeln, kommt Bewegung. Der Bergische Naturschutzverein (RBN) schlägt vor, das Gebiet einschließlich der von der Stadtentwicklungsgesellschaft Overath (Sego) schon gekauften Flächen der Landwirtschaft zu belassen, es aber zu einem „Muster-Biotop“ zu entwickeln.

Auf diese Weise, so RBN-Vorsitzender Mark von Hofe in einem am Freitag veröffentlichten Schreiben an Bürgermeister Jörg Weigt (SPD), könne ein „deutliches Zeichen zur Stärkung der klimatischen Bedingungen und Besonderheiten eines Talraums in West-Ost-Richtung“ gesetzt und durch eine „extensive Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen arten- und blütenreiche Grünlandwiesen“ entwickelt werden.

Das Sülztal müsse von weiteren Barrieren wie Lager- oder Produktionshallen frei gehalten werden, um den für die Siedlungsbereiche notwendigen Luftaustausch sicherzustellen, um Frischluft zuführen zu können und Kaltluft entstehen zu lassen, die in den immer weiter zunehmenden Wärmeperioden als Klima- und Temperatursenke fungieren könne. Und, so Mark vom Hofe: „Wie sollen der Bevölkerung artenreiche Blumenwiesen gezeigt werden, wenn sie nur an ausgesuchten Standorten zu finden sind?“ Ein Overather Vorzeige-Biotop statt eines Gewerbegebietes könne womöglich über ein Regionale-Projekt umgesetzt werden.

„Reanimation“ Bebauungsplan 55 Lehmbach

Im nördlichen Hoffnungsthal-Lehmbach wurde 2001 der Bebauungsplan 55 (Gewerbegebiet Rösrath-Lehmbach) rechtskräftig („… um die aus wirtschaftlichen Gründen erforderliche Erweiterung einiger der in diesem Gebiet ansässigen Betriebe in einer städtebaulich verträglichen Form zu gewährleisten.“)
Damals wurden im Hinblick auf die Erweiterungswünsche der inzwischen doppelt Pleite gegangenen Fa. PaJa 2 Gewerbegebiete (GE1 und GE2) festgesetzt:
GE1 (im sülznahen Bereich) mit zulässigen Firsthöhen bis 16 m,
GE2 (Im Bereich zur Landstr. und Wohnbebauung) bis 9 m Firsthöhe


siehe BPlan 55 Skizze und Begründung!

Nach 2001 ruhte dieser Plan 10 Jahre bis zum Versuch der Erweiterung des geplanten Gewerbegebietes in Form des Bebauungsplans 89 (Lehmbach-Nord).
Da sich in diesen 10 Jahren die Erkenntnisse um die Bedeutung von Auen im Rahmen von Hochwasserschutz und Klimawandel dtl. vermehrt hatten, läutete dieser Plan 2011 die Geburtsstunde unseres Vereins ein.
Es gelang uns, den Nachweis zu erbringen, dass das gesamte Gebiet dieses BPlan 89 Überschwemmungsgebiet ist. Nach einigen informellen Gesprächen und viel Öffentlichkeitsarbeit konnten wir schließlich die untere und obere Wasserbehörde (Bezirksregierung Köln) von der Notwendigkeit des Erhalts der noch nicht aufgeschütteten Auenflächen als Retentionsflächen überzeugen.
Anschließend bedurfte es noch einiger „Überzeugungsarbeit der Behörden“ in Richtung Stadt Rösrath, bis der BPlan 89 aufgegeben werden musste.

Der alte BPlan 55 wird nun „reanimiert“!
Aufgrund der veränderten Rahmenrichtlinien zum Auen- und Hochwasserschutz musste die wasserrechtliche Genehmigung von vor fast 20 Jahren überprüft und geändert werden (Zuständigkeit: untere Wasserbehörde beim Rheinisch-Bergischen Kreis). Diese Genehmigung liegt vor und erscheint plausibel.

Daher werden nun die Ableitungen der zufliessenden Bäche (im Norden der „namenlose Bach“ von den Bergen, weiter südlich der Lehmbach) kurz vor der Sülz vereint und gemeinsam mäanderförmig im Gebiet der sülznahen Abgrabungen der zu schaffenden Retentionsflächen in die Sülz eingeleitet.
Der Ausgleich für die noch anstehenden Aufschüttungen im östlichen sülznahen Gewerbegebiet geschieht also durch diese Vertiefungen an der Sülz, um dem Fluss bei Hochwasser mehr Ausbreitungsfläche zu verschaffen. (Siehe Skizze!)

Der Skizze ist zu entnehmen, welche riesigen Erd- Volumina für die weiteren Aufschüttungen noch notwendig sind, um den BPlan umzusetzen

Bisher wurden „nur“ 1.140 m³ aufgeschüttet. Die noch anstehenden Aufschüttungen im tiefer gelegenen Bereich Richtung Sülz umfassen weitere ca. 4.000 m³ – und das ganz eindeutig im Überschwemmungsgebiet. Eine solche Planung wäre demnach heute nicht mehr genehmigungsfähig.

Herr Kalsbach, ehemals 1. Beigeordneter der Stadt Rösrath und heute privat beruflich engagiert, hat uns vor Ort freundlicherweise die aktuelle wasserrechtliche Genehmigung und die Planungen der weiteren Aufschüttungen erläutert.

Wir haben verstanden, dass an der Rechtskraft des BPlan 55 leider nicht mehr zu rütteln ist. Wir sind aber der Auffassung, dass eine Ausschöpfung der vor 20 Jahren genehmigten Bauhöhen von bis zu 16 m unbedingt zu vermeiden ist, um eine Verschandelung von Orts- und Landschaftsbild zu verhindern.
Selbst die im vorderen Teil des GE2 zugelassenen Hallenhöhen bis 9 m würden eine arge Beeinträchtigung des Ortsbildes bedeuten.

Hinzu kommt, dass „nach aktuellem Stand der Erkenntnisse zum Klimawandel, Auen- und Hochwasserschutz ein solcher Plan heute keine Genehmigung mehr erfahren würde“ (Zitat aus fachlich qualifizierter Quelle).

Wir können daher nur an alle Verantwortlichen appellieren, bei der Umsetzung die Interessen von Orts- und Landschaftsbild, von Klimawandel, Hochwasser- und Auenschutz sowie die der Anlieger weitgehend zu berücksichtigen.
Ein unschönes nördliches Einfallstor zur Stadt Rösrath dient keinem.

siehe auch Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger von heute