Archiv der Kategorie: Auen / Hochwasserschutz

„Reanimation“ Bebauungsplan 55 Lehmbach

Im nördlichen Hoffnungsthal-Lehmbach wurde 2001 der Bebauungsplan 55 (Gewerbegebiet Rösrath-Lehmbach) rechtskräftig („… um die aus wirtschaftlichen Gründen erforderliche Erweiterung einiger der in diesem Gebiet ansässigen Betriebe in einer städtebaulich verträglichen Form zu gewährleisten.“)
Damals wurden im Hinblick auf die Erweiterungswünsche der inzwischen doppelt Pleite gegangenen Fa. PaJa 2 Gewerbegebiete (GE1 und GE2) festgesetzt:
GE1 (im sülznahen Bereich) mit zulässigen Firsthöhen bis 16 m,
GE2 (Im Bereich zur Landstr. und Wohnbebauung) bis 9 m Firsthöhe


siehe BPlan 55 Skizze und Begründung!

Nach 2001 ruhte dieser Plan 10 Jahre bis zum Versuch der Erweiterung des geplanten Gewerbegebietes in Form des Bebauungsplans 89 (Lehmbach-Nord).
Da sich in diesen 10 Jahren die Erkenntnisse um die Bedeutung von Auen im Rahmen von Hochwasserschutz und Klimawandel dtl. vermehrt hatten, läutete dieser Plan 2011 die Geburtsstunde unseres Vereins ein.
Es gelang uns, den Nachweis zu erbringen, dass das gesamte Gebiet dieses BPlan 89 Überschwemmungsgebiet ist. Nach einigen informellen Gesprächen und viel Öffentlichkeitsarbeit konnten wir schließlich die untere und obere Wasserbehörde (Bezirksregierung Köln) von der Notwendigkeit des Erhalts der noch nicht aufgeschütteten Auenflächen als Retentionsflächen überzeugen.
Anschließend bedurfte es noch einiger „Überzeugungsarbeit der Behörden“ in Richtung Stadt Rösrath, bis der BPlan 89 aufgegeben werden musste.

Der alte BPlan 55 wird nun „reanimiert“!
Aufgrund der veränderten Rahmenrichtlinien zum Auen- und Hochwasserschutz musste die wasserrechtliche Genehmigung von vor fast 20 Jahren überprüft und geändert werden (Zuständigkeit: untere Wasserbehörde beim Rheinisch-Bergischen Kreis). Diese Genehmigung liegt vor und erscheint plausibel.

Daher werden nun die Ableitungen der zufliessenden Bäche (im Norden der „namenlose Bach“ von den Bergen, weiter südlich der Lehmbach) kurz vor der Sülz vereint und gemeinsam mäanderförmig im Gebiet der sülznahen Abgrabungen der zu schaffenden Retentionsflächen in die Sülz eingeleitet.
Der Ausgleich für die noch anstehenden Aufschüttungen im östlichen sülznahen Gewerbegebiet geschieht also durch diese Vertiefungen an der Sülz, um dem Fluss bei Hochwasser mehr Ausbreitungsfläche zu verschaffen. (Siehe Skizze!)

Der Skizze ist zu entnehmen, welche riesigen Erd- Volumina für die weiteren Aufschüttungen noch notwendig sind, um den BPlan umzusetzen

Bisher wurden „nur“ 1.140 m³ aufgeschüttet. Die noch anstehenden Aufschüttungen im tiefer gelegenen Bereich Richtung Sülz umfassen weitere ca. 4.000 m³ – und das ganz eindeutig im Überschwemmungsgebiet. Eine solche Planung wäre demnach heute nicht mehr genehmigungsfähig.

Herr Kalsbach, ehemals 1. Beigeordneter der Stadt Rösrath und heute privat beruflich engagiert, hat uns vor Ort freundlicherweise die aktuelle wasserrechtliche Genehmigung und die Planungen der weiteren Aufschüttungen erläutert.

Wir haben verstanden, dass an der Rechtskraft des BPlan 55 leider nicht mehr zu rütteln ist. Wir sind aber der Auffassung, dass eine Ausschöpfung der vor 20 Jahren genehmigten Bauhöhen von bis zu 16 m unbedingt zu vermeiden ist, um eine Verschandelung von Orts- und Landschaftsbild zu verhindern.
Selbst die im vorderen Teil des GE2 zugelassenen Hallenhöhen bis 9 m würden eine arge Beeinträchtigung des Ortsbildes bedeuten.

Hinzu kommt, dass „nach aktuellem Stand der Erkenntnisse zum Klimawandel, Auen- und Hochwasserschutz ein solcher Plan heute keine Genehmigung mehr erfahren würde“ (Zitat aus fachlich qualifizierter Quelle).

Wir können daher nur an alle Verantwortlichen appellieren, bei der Umsetzung die Interessen von Orts- und Landschaftsbild, von Klimawandel, Hochwasser- und Auenschutz sowie die der Anlieger weitgehend zu berücksichtigen.
Ein unschönes nördliches Einfallstor zur Stadt Rösrath dient keinem.

siehe auch Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger von heute



Tonnenweise Schwermetall im Fluss – Versuch zur Klärung der Sülz gescheitert

An anderer Stelle berichteten wir bereits über das „brisante Erbe des Erzes“

Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet heute:
„Auf einem 1,5 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Overath-Untereschbach und Rösrath-Hellenthal wurden bei einem mittleren Wasserstand der Sülz an 32 Stellen Wasserproben entnommen, auf ihre Schwermetallbelastung hin untersucht und die Werte hochgerechnet.

Ergebnis: 100 Tonnen Zink, 30 Tonnen Cadmium, Kobalt, Eisen, Mangan und Nickel werden jedes Jahr allein auf dem 1,5 Kilometer langen Flussabschnitt in die Sülz gespült.

Damit hat die Sülz definitiv keine Trinkwasser- und keine Badewasserqualität.

Zum Artikel

KStA-Kommentarfazit: „… Einmal zu erwähnen, dass Sülzwasser keine Trink- oder Badewasserqualität hat, reicht nicht. Es bedarf detaillierterer Aufklärung auch draußen vor Ort über die Altlasten im Boden und im Wasser und ihre Gefährlichkeit. Panikmache ist sicher kein guter Ratgeber, Bedenkenlosigkeit aber auch nicht.“


Wir haben es satt …

Wir haben Agrarindustrie satt

Warum dieses Thema auf diesen Seiten?

Am 19.01.2019 fanden sich 35.000 Menschen in BERLIN zu einer gewaltigen DEMONSTRATION ein – für eine gerechte Agrarreform und eine klimaschonende Landwirtschaft; für eine bäuerliche Landwirtschaft und vielfältige, gesunde, regionale Nahrungsmittel – gegen die industrielle Agrarmafia, gegen Massentierhaltung, Glyphosat, Bayer, Monsanto & Co!

Toni H. neben seinem Traktor auf der DEMO in BERLIN
Andreas A. auf der DEMO in BERLIN

Auch im Sülztal gibt es Landwirtschaft und Menschen, die sich für den Erhalt einer ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft einsetzen.

Unsere beiden Vereinsmitglieder TONI und ANDREAS aus Hoffnungsthal haben diese großartige Demo in Berlin am 19.01. mit zwei Traktoren nach einer langer Anfahrt tatkräftig unterstützt!

Video auf FACEBOOK

Die Veranstaltung wird im kommenden Jahr (wieder parallel zur Grünen Woche) das zehnte Mal an den Start gehen. Eine tolle Entwicklung ist, dass die Teilnehmer an der Traktorendemo immer häufiger junge, gut ausgebildete Landwirte sind, die zum grossen Teil Agrarwirtschaft studiert haben (oder noch studieren). Die wissen genau, warum sie sich für eine ökologische Landwirtschaft und gegen die unerträgliche Allianz von Bauernverband und Agrarkonzernen entscheiden. 
Das macht Mut, gibt Hoffnung, und motiviert uns dazu, deren Arbeit auch zukünftig zu begleiten. An der Ladentheke und bei Aktionen wie am Wochenende. Und wir wollen auch im kommenden Jahr wieder dabei sein. 
Aber es muss nicht unbedingt Berlin sein: Jeder Einzelne kann auf vielseitige Art und Weise dazu beitragen, dass sich etwas ändert. Jeden Tag. 
Ein bewusster Konsum ist der Anfang:
Was will ich mit meiner Kaufentscheidung unterstützen? Gentechnik auf dem Acker? Tierquälerei in lebensverachtenden Mastbetrieben? Pflanzengift und Bienensterben? Gülleverseuchtes Grundwasser? 
Ein Einkauf von Bioprodukten regionaler Erzeuger dürfte für die wenigsten Konsumenten eine unüberwindbare Hürde darstellen. Nachdenken hilft. Wir Verbraucher haben die Macht, die Dinge zu ändern. 

ARD-Reportage zu den Zusammenhängen zwischen Zuschusspolitik, Agrarlobby und Chemiekonzernen. Aus reiner Profitgier wird das kollektive Wohlergehen von Mensch, Tier und Umwelt gnadenlos geopfert. Seit Jahrzehnten. Es wird endlich Zeit, dass sich was ändert. 

Sommerfest in Unterauel am 8. Juli 2018

Sommerfest in Unterauel am 8.Juli 2018
Treffpunkt Unterauel 15 (Fachwerkhaus von 1744)

bitte beachten: es gibt keine Parkmöglichkeiten!

14:00 Uhr Wanderung:
„Menschen und Häuser, Geschichte und Natur“
Bei der Wanderung wird die Geschichte der Siedlung und ihrer Bewohner vorgestellt:

​· 430 Jahre dokumentierte Geschichte
· 200 Jahre fast unveränderte Siedlungsstruktur
· wer hat hier gelebt
· wann sind die Gebäude entstanden
· worin besteht die Bedeutung dieser Siedlung

Bäckerei Soutschka, Foto: Privat

Die Wanderung durch die Sülzauen wird den Wert einer Auenlandschaft verdeutlichen:

​· was ist das Besondere einer Flussaue
· wie haben sich die Sülzauen bei Unterauel entwickelt
· welche Pflanzen und Tiere leben hier
· warum müssen Auengebiete geschützt werden

Es führen:
Klaus Hasbron-Blume
(Dipl-Volkswirt, Vorstand „Lebenswertes Sülztal e.V“)

​Karin Wedde-Mühlhausen
(Dipl.-Biologin, Zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, Vorstand „Lebenswertes Sülztal e.V.“.

15:00 Uhr:
Kaffee, Waffeln und Kölsch

Als Erfrischung in lockerer Atmosphäre gibt es frische Waffeln und Getränke. Es gibt auch wieder Honig aus Unterauel direkt vom Imker!

Des Weiteren freuen wir uns über :
Die rollende Waldschule des Hegerings Overath
Interessantes für Groß und Klein über Wildtiere und Natur

Schwermetallbelastung der Sülz

17.02.2018
Das brisante Erbe des Erzes:
Schwermetallbelastung der Sülz liegt weit über Richtwerten

„Wer geglaubt hatte, über „das Erbe des Erzes“ sei alles geschrieben worden, der irrt.“ – so berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger schon  2014 anlässlich der Herausgabe von Band 5 zum Erzrevier Bensberg  – Quelle: https://www.ksta.de/2642002 ©2018

Heute folgt die „belastende“ Fortsetzung der Geschichte – über die viele Jahre  bekannte Schwermetallbelastung  der Sülz und seiner Zuflüsse im Bereich zwischen Untereschbach und Hoffnungsthal-Lehmbach.

Am 15.02.2018 erfolgte im Ausschuss für Umwelt und Planung d es RBK eine Konzeptvorstellung zum Thema: „Schwermetallbelastung in der Sülz infolge Erzbergbau“.      
Es handelt sich um ein Projekt zur Ermittlung und Bewertung von Schwermetalleinträgen aus dem Erzbergbau in die Sülz südlich Overath-Untereschbach.

Quelle: Geoportal Rheinisch-Bergischer Kreis; rote Quermarkierungen: Anfang und Ende des Untersuchungsbereiches (Projektstufe 1) rote Kreise: Einleitungen Neuer Lüderichstollen und Daubenbücheler Siefen in die Sülz rotes Dreieck: Mündung von 9 Rohrleitungen des Grünewaldteiches in den Daub. Siefen

An der Sülz südlich von Overath-Untereschbach liegen die beiden Haupt-Einleitungen
Grube Lüderich, Neuer Lüderichstollen, ID GL 10, unmittelbare Einleitung in die Sülz über eine Rohrleitung
Grube Lüderich, Grünewaldteiche, ID GL 11 (Daubenbücheler Siefen); Ableitung des Sicker-/Drainagewassers der Grünewaldteiche über 9 Rohrleitungen in den Daubenbücheler Siefen (s. Abbildung 2, rotes Dreieck), der nach einer Fließstrecke von ca. 850 m in die Sülz mündet
Diese beiden puktuellen Einleitungen wurden seitens des Landes Nordrhein-Westfalen als zwei der bedeutsamsten Hauptbelastungsquellen des Schwermetalleintrags aus dem Erzbergbau in die Oberflächengewässer in Nordrhein-Westfalen ermittelt.
Grundsätzlich können punktuelle Einleitungen über einmündende Rohrleitungen – im Gegensatz zu diffusen Einträgen – technisch gefasst und einer Behandlung zugeführt werden.

Ziele des Projektes
Im Rahmen des Projektes soll der Anteil der beiden Einleitungen Neuer Lüderichstollen und Grünewaldteiche an der Gesamtbelastung der Sülz mit Schwermetallen im Bereich südlich Overath-Untereschbach ermittelt werden (Projektstufe 1).

Sollte sich als Ergebnis des Monitorings zeigen, dass die beiden o.g. Punktquellen einen signifikanten Anteil an der Gesamt-Schwermetallbelastung der Sülz im Gewässerabschnitt südlich Overath-Untereschbach haben, ergibt sich das folgende weitere Ziel des Projektes:
– Beteiligung der Betreiberin der Anlagen an Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoffbelastungen der Sülz an den beiden o.g. Punktquellen in Form der Gewinnung zur Durchführung freiwilliger Maßnahmen in Absprache mit den Fachbehörden oder Inanspruchnahme durch eine Ordnungsverfügung

Weitere Einzelheiten siehe hier!